...unser Projekt in Argentinien
„Personitas“ in Pilar, Provinz Buenos Aires
seit 2004 von futuro si unterstützt
ArgentinienKrise und Misere in Argentinien haben besonders die Kinder getroffen. Rund die Hälfte der Bevölkerung ist unter die Armutsgrenze gerutscht. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Vor diesem Hintergrund wurde im Juli 2000 das Projekt „personitas“ („kleine Personen/ Persönlichkeiten“) in Pilar, eine Stadt, ca. 30 Kilometer vom Stadtzentrum der Hauptstadt entfernt, von einer Gruppe Frauen, die der Mittelschicht entstammen, gegründet.

Pilar spiegelt die Zweiteilung der argentinischen Gesellschaft wider: Eingezäunte, privat bewachte Viertel für Gutsituierte neben Stadtteilen, in denen einfache Häuser - Typ Behelfsheim – und Notunterkünfte überwiegen. Viele Straßen sind unbefestigt und bei Regen kaum passierbar(das „personitas“-Haus liegt an einem derartigen Weg).

Die Arbeitslosenrate ist hier sehr hoch. Die Familien in den ärmeren Vierteln sind kinderreich (sieben bis acht Kinder keine Seltenheit), die Väter zumeist ohne Arbeit und häufig auch ohne Ausbildung. Nicht wenige Kinder müssen hungrig in die Schule gehen (oft besteht die Tagesration nur aus einem Mate-Tee und einem Stück Brot). Entsprechend ist die Konzentration auf den Unterricht. Diese Kinder sind nicht nur unterernährt, sondern leiden häufig unter chronischen Bronchialkrankheiten, Parasiten etc.

„personitas“ begann mit einem „comedor“, einem Mittagstisch, für arme Kinder – in einem kleinen Haus im Stadtviertel Carumbé unter prekären Bedingungen (Türen dienten als Tischplatten, Bretter als Sitzgelegenheiten). Sehr schnell wuchs die Schar der hungrigen Kinder auf über 100. Das Häuschen war zu klein geworden.


Durch Spenden und Eigenleistungen (Nachbarn als Handwerker etc) gelang es schließlich in der Nähe ein eigenes zweistöckiges Haus zu bauen. Im „Kommunitären Zentrum Personitas“ soll(en)
• die Unterernährung der Kinder bekämpft und für eine ausgeglichene Ernährung
   (Ernährungsexpertin berät Eltern) gesorgt werden,
• medizinische Vorsorge und ärztliche Versorgung der Kinder und ihrer Familien
   gewährleistet werden,
• Vorträge und Diskussion zu ausgewählten Themen (Gesundheit, Ernährung, Wirt-
   schaft, Zahnvorsorge, Gewalt in der Familie, Familienplanung) angeboten werden,
• Ausbildung in verschiedenen Berufssparten geboten (Alphabetisierungskurse für
   Erwachsene sind zusätzlich geplant) und
• Kleinstunternehmen (die beispielsweise Schuluniformen produzieren) angeregt
   werden, damit Arbeitsplätze entstehen.

Der „comedor“ ist in ein Projekt eingebettet, in dem nicht nur die Kinder mit Essen versorgt werden, sondern auch die Erwachsenen partizipieren und so eine gemeinsame Weiterentwicklung möglich ist.

Im „comedor“ erhalten derzeit zwischen 80 und 120 Kinder ein Mittagessen. Im Monat entstehen dadurch Kosten in Höhe von ca. 3500 argentinische Pesos (ca. 1000 €).

Zweifellos sind „comedores“ notwendig, um das tägliche Überleben der Kinder zu garantieren, aber um Perspektiven für die Zukunft zu ermöglichen, ist mehr als ausreichende Nahrung notwendig.

Neben der ärztlichen Betreuung der Kinder und ihrer Familien verdient sicherlich die geplante „Spielothek“ (juegoteca) besondere Aufmerksamkeit.

„personitas“ sieht Spielpraxis als „notwendige, grundlegende Aktivität des Menschen“ an, denn im Spiel entwickeln Kinder Vorstellungs- und Erfindungsgabe, Kreativität und Kenntnisse, die sie mit all ihren Sinnen spielerisch erforschen. Das Spiel, als sozialisierende Aktivität begriffen, erleichtert die Annäherung der Kinder untereinander und an die Erwachsenen, die an der Spielothek beteiligt sind.

Mit der „Spielothek“ könnten für Familien und Kinder Räume der Sicherheit und des Vertrauens geschaffen und der Grundstein für eine neue Kultur des Zusammenlebens in Stadtteilen wie Carumbé gelegt werden.

 

„Personitas“ benötigt für die Einrichtung einer Spielothek, für Spielzeuge und Ausbildung der Koordinatoren 7000 argentinische Pesos (ca. 2000 €).
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