Unser Projekt in Brasilien

Das Straßenkinderprojekt AVICRES

Mit Rio de Janeiro und Copacabana verbinden wir Europäer Musik und Tanz, Fußball und Karneval. Aber die "Hölle auf Erden" – so der Titel eines WDR-Films – liegt nur eine gute Autostunde vom Zuckerhut entfernt und hat den Namen Nova Iguaçu, eine der gewalttätigsten Gegenden der Welt. Und so sieht diese Hölle aus: Überbevölkerung als Folge von Landflucht, Unfähigkeit und mangelndes Interesse der herrschenden politischen Klasse, chaotische Straßenverhältnisse, fehlende Müllentsorgung, praktisch nicht vorhandene Wasser- und Energieversorgung, Hunger und Unterernährung, Massenarbeitslosigkeit (über 50 %), fehlende Schulbildung und eine katastrophale Gesundheitsfürsorge. Die Folgen sind entweder eine unvorstellbare Aggressivität oder ein apathisches Versinken im Drogensumpf. Die Familien zerbrechen, die Menschen verwahrlosen, vor allem die Kinder und Jugendlichen.

Nova Iguaçu gehört zur Baixada Fluminense, einer Reihe von Vorstädten von Rio mit insgesamt etwa 3 Mio. Einwohnern. Hier gründete 1991 der Paderborner Theologieprofessor Johannes Niggemeier zusammen mit Brasilianern die Organisation AVICRES, "Associação Vida no Crescimento e na Solidariedade", übersetzt "Gemeinschaft für das Leben, damit es wachse in Solidarität".

Bei AVICRES gibt es:

  • einen Kindergarten in einem von Drogen und Gewalt beherrschten Stadtviertel mit 60 Kindern
  • drei Kindertagesstätten, eine mit einer angeschlossenen Schreinerei
  • schulische Unterstützung, Sportunterricht, Capoeira, Theater und Trommelkurse und Angebote zur organischen Landwirtschaft.
  • eine Gesundheitsstation mit Physiotherapie, Ernährungsberatung, psychologischer Behandlung, Geburtshilfe und Heilpflanzenkunde
  • ein Heim für Mädchen bis 18 Jahre, manche mit ihren Babys, die "Casa da Esperança". Hier bekommen die Mädchen Essen, Kleidung, medizinische Versorgung und Therapieangebote. Die Verantwortung von AVICRES endet aber nicht, wenn die Mädchen das Heim verlassen müssen. Man kümmert sich auch um Ausbildungsmöglichkeiten und hilft bei der Organisation eines neuen Zuhauses. Viele der Mädchen arbeiten mittlerweile bei AVICRES.
  • ein Kinder-Orchester: Kinder, die keine Eltern mehr haben oder zuhause misshandelt wurden, spielen heute Geige, Cello und Querflöte. Ana Clara, 12 Jahre, spielt Geige. Ihr Vater wurde direkt vor der Haustür erschossen. Ihren Bruder trug er dabei auf dem Arm. Die Mutter hatte alles mitangesehen, dachte, auch das Kind sei getroffen worden, bekam einen Herzinfarkt und verstarb. Heute werden die Kinder von der Großmutter großgezogen. Sie lebt davon, Müll zu sammeln. Die Großmutter fragt: "Gäbe es die AVICRES nicht, wie würden wir überleben?"

FUTURO SI unterstützt seit 1995 folgende Projekte der AVICRES:

  • die Kindertagesstätte K11
  • das Mädchenhaus "Casa da Esperança"
  • die Kindertagesstätte "Naturaleza Viva" mit einer angeschlossenen Schreinerei als Lehrwerkstatt
  • die Landwirtschaftsschule "Pequeno Lavrador" mit dem angeschlossenen Heilpflanzenprojekt
  • das Kindermusikorchester "Musik lebt in mir"

Kontaktperson für FUTURO SI: Fridhelm Griepentrog

https://www.avicres.de/
https://www.ongavicres.com.br/copia-home-1

Zum Starten des Films bitte anklicken